Eine Autorenlesung der besonderen Art

Wenn der Münchner Autor Oliver Pötzsch, dessen Familie aus einer Schongauer Henkersdynastie stammt, eine Schule besucht, um aus einem seiner Werke vorzutragen, dann ist das viel mehr als nur simples Vorlesen.

Der Schriftsteller war am Donnerstag, den 14.07.22, an der Realschule Weilheim zu Gast und entführte sein Publikum ins 17. Jahrhundert, die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und der Hexenverfolgungen in Europa. Dass diese Epoche sehr grausam war, erfuhren die Schüler*innen nicht nur durch die gelesenen Passagen aus dem 1. Band seines Jugendbuches „Die schwarzen Musketiere“, sondern auch durch das Präsentieren verschiedenster Waffen und Rüstungsteile der damaligen Zeit. Ein Highlight war dabei für einige Schüler*innen sicher, dass sie die Waffen und ein Kettenhemd halten und sogar einen Helm aufsetzen durften. So schuf der Autor eine spannungsgeladene Atmosphäre, in der man sich die Handlung der gelesenen Kapitel, unter anderem den Einbruch in eine Mühle, sehr gut vorstellen konnte.

Bereits am Beginn seines Auftritts hatte Oliver Pötzsch erzählt, wie er zum Schreiben gekommen ist und, dass es gar nicht so einfach sei, ausschließlich von den Einnahmen als Schriftsteller zu leben. Bereitwillig beantwortete er auch im Anschluss an die Lesung noch Fragen der Schüler*innen und gab ihnen auch noch einen Rat mit auf den Weg: „Wenn ihr auf etwas im Leben richtig Bock habt, dann macht das auch! Lasst euch von anderen nicht davon abbringen, was euch wirklich wichtig ist!“ Mit einem Augenzwinkern fügte er noch hinzu, dass sie dies jedoch nicht als Ausrede benutzen dürften, die Schule zu vernachlässigen.