Gemeinsam macht es noch mehr Spaß – Endlich wieder MINT-Woche

Erste Kooperationsveranstaltung der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau mit der staatlichen
Realschule Weilheim
Nach zwei trostlosen Coronajahren ohne Projektwoche hat es auf den zweiten Anlauf endlich wieder
geklappt. Erstmalig durften wir das Frühlingserwachen in der Rhön miterleben, Schneestürme waren
wie sonst üblich nicht gebucht.
Gleichzeitig konnten wir die Realschule Weilheim für eine Kooperation gewinnen. So profitierten
beide Gruppen im höchsten Maß auf sozialer und naturwissenschaftlicher Ebene. Selbst die
Lerngruppen waren nach einer anfänglichen Schnupperphase durchmischt.
Eine umfassende Spende der Frank Hirschvogel Stiftung an beide Realschulen ermöglichte erst die
finanzielle Absicherung des Projekts. Dafür sprechen wir nochmals im Namen der beiden
Schulfamilien der Frank Hirschvogel Stiftung unseren herzlichsten Dank aus.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe experimentierten die Lernenden in den naturwissenschaftlichen
Disziplinen Physik, Chemie und Biologie.
Unsere wichtigste Lebensgrundlage Wasser stand in dieser Woche im Mittelpunkt.
Dabei entdeckten die jungen Forscherinnen und Forscher Themen wie
Wasseranalytik – Untersuchung der chemisch- biologischen Gewässergüte
Wasser und Energie – Funktionsweise und Anwendungsbeispiele für regenerative
Energieformen
Löslichkeit von Gasen und deren Auswirkung auf unser Lebensumfeld.
In einem nahegelegenen Bächlein wurden die Schülerinnen und Schüler mit Gummistiefeln, Sieben
und Pinseln bewaffnet auf Saprobienjagd geschickt. Die Ausbeute an Zeigerorganismen war erstmals
durch die Jahreszeit bedingt enorm. Man erkannte die Gewässergüteklasse II an Köcherfliegen- und
Steinfliegenlarven sowie Strudelwürmern.
Nach dem Abendessen mussten die Entdeckenden Überstunden ableisten, den nach der
Untersuchung auf biotische Faktoren erfolgte die chemische Analyse des Gewässers. Mit
professionellen Messinstrumenten wurde in der Abendsonne unter Begleitung von blutsaugenden
Insekten u.a. der pH-Wert, Phosphat- sowie Nitratgehalt photometrisch bestimmt.
Im Labor widmeten sich die Schülerinnen und Schüler einfachen Methoden zur klimaneutralen
„Energiegewinnung“, was angesichts der stetig steigenden Energiekosten ein hoch aktuelles Thema
ist. Die Nutzung von Wind- und Solarenergie in Kombination mit einer Brennstoffzelle wurde ebenso
genauer beleuchtet. Die Problematik der steigenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre und der damit verbundenen
Erderwärmung war den Schülerinnen und Schülern bereits bewusst. In den Experimenten zur
Löslichkeit von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid in Wasser erarbeiteten sie final den Zusammenhang
zum Korallen- und Fischsterben in unseren Weltmeeren.
Als Ergebnis erkannten die Lernenden die enge Verzahnung von biologischen, chemischen und
physikalischen Prozessen und die negativen Effekte auf die Lebensgrundlagen aller Lebewesen.
Für die Abrundung des Programms diente u.a. ein Abend am Lagerfeuer mit Stockbrot und
musikalischer Untermalung. Chemisch-physikalische Aspekte blieben hier mal außenvor.
Die Erkundung von Bischofsheim in der Rhön erfolgte mit einer digitalen Stadtrallye in Form eines
Wettbewerbs.
Geologisch betrachtet besteht das Mittelgebirge Rhön mit ausgedehnten Laub- und Mischwäldern
aus Basaltgestein, die in der Nähe des Schweinfurther Hauses zu Tage treten. Im Rahmen einer
Wanderung hangelten wir uns an einem Naturlehrpfad zu den eindrucksvollen Basaltprismen.
Fazit: Die diesjährige MINT-Veranstaltung war eine anstrengende, lehrreiche sowie gewinnbringende,
von neuen Kontakten geprägte Woche, die im nächsten Jahr nach einer Wiederholung schreit.